Zwischenzeit im Investment-Marathon
„Neues Jahr, neues Glück!“, heißt es oft. Meist wohl deshalb, weil das vergangene Jahr nicht allzu viel davon für uns bereithielt. Gut, mehr geht immer.
Beim Investieren sollten wir uns allerdings nicht zu sehr auf das Kalenderjahr konzentrieren. Es ist letztlich eine willkürliche Abgrenzung, und schon wenige Tage später sieht das Ergebnis der vergangenen zwölf Monate völlig anders aus.
Ganz ausblenden lässt sich der Jahreswechsel dennoch nicht.
Wenn Anreize auf Zeiträume treffen
Der Jahreszyklus beeinflusst das Verhalten von Management-Teams ebenso wie jenes professioneller Anleger. Das hat mit Anreizsystemen wie Bonuszahlungen, Zielvereinbarungen und Optionspaketen zu tun – Mechanismen, die tatsächlich dem Jahresrhythmus folgen und sowohl Management als auch Investoren prägen.
Wer Geld in Aktien anlegt, bewegt sich jedoch in einem gänzlich anderen Zeitzyklus. Positive Entwicklungen werden nicht Jahr für Jahr realisiert, sondern bauen in der Regel aufeinander auf. Genau darin liegt der Kern langfristigen Investierens, vom Zinseszins über sehr lange Zeiträume zu profitieren. Nur so wird aus einem linearen Wachstum ein exponentielles.
In diesem Verständnis ist das Jahresende nichts weiter als eine Zwischenzeit in einem Marathon, der niemals endet.
Strategische Entscheidungen statt permanenter Grundsatzfragen
Anstatt sich ständig mit der Frage zu beschäftigen, ob und in welchem Ausmaß man Aktien halten sollte, ist es weitaus konstruktiver, eine strategische Zielgröße festzulegen: in absoluten Beträgen oder als Prozentsatz des Gesamtvermögens. Jeder Mensch tickt hier anders. Bei entsprechend investierbarem Kapital gar keine Aktien zu haben, halte ich jedoch für einen Fehler.
Weil Aktien von außen oft komplex und unberechenbar wirken, braucht es einen ersten Schritt, um ihre Wirkung zu begreifen.
Ich plädiere selbst bei sehr schwankungsempfindlichen Menschen für einen Aktienanteil von mindestens zehn Prozent des liquiden Vermögens. Nicht als Renditeversprechen, sondern um eine Tür zu öffnen. Interessanterweise kann ein solcher kleiner Anteil ein reines Anleihenportfolio sogar weniger schwankungsintensiv machen. Der Grund liegt darin, dass sich Anleihen und Aktien häufig unterschiedlich entwickeln.
Aber wahrscheinlich predige ich hier ohnehin den Bekehrten. Die allermeisten Kundinnen und Kunden kommen zu Gutmann, um einen soliden Aktienanteil im Depot zu haben. Und als Wertpapierhaus stehen wir genau dafür.
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