Zwei unterschiedliche Welten
Eigenkapital oder Fremdkapital? Jeder würde wohl lieber viel vom Ersten und nichts vom Zweiten haben. Flapsig gesagt: ein pralles Portemonnaie und schuldenfrei.
Aber was tun, wenn man Geld zu veranlagen hat? In Österreich und Deutschland haben noch immer viele Menschen mehr Kapital in Anleihen als in Aktien investiert. Bei uns in der Gutmann Vermögensverwaltung weist rund die Hälfte aller Depots einen höheren Anteil an Zinspapieren auf. Und warum auch nicht, schließlich war es meist ein harter Weg, das Vermögen aufzubauen. Da ist die Schwankung eines reinen Aktienportfolios meist schwer zu verkraften.
Schmerzhafte Kehrtwende
Vergebe ich Kredite in Form von Anleihen an Staaten, Institutionen oder Unternehmen, bekomme ich einen Kupon und am Ende der Laufzeit mein Geld zurück. Schlittert ein Unternehmen in Probleme, wird meine Forderung noch vor jenen der Aktionäre bedient.
Diese Logik half jedoch nichts, als die Anleihenrenditen im Jahr 2022 aus dem Null- und Negativzinsumfeld nach oben stiegen und die Kurse sanken. Diese schmerzhafte Kehrtwende sieht man Jahre später noch immer in der Performance. Hohe Inflationsraten haben die Situation zusätzlich verschärft.
Wer in den vergangenen fünf Jahren konservativ in Anleihen investierte, hatte nicht nur einen kleinen Renditeabschlag zu verschmerzen. Mittlerweile liegen Welten zwischen Aktien und Anleihen. Das Aktienportfolio hat über 50% zugelegt, während Anleihen um ein positives Vorzeichen kämpfen.
Kehrtwende wäre Unsinn
Und doch wäre es der falsche Weg, jetzt alles zugunsten von Aktien über den Haufen zu werfen. Die vergangenen Jahre sind Geschichte, die nächsten fünf Jahre zählen. Anleihen sind heute wesentlich attraktiver als im Jahr 2021. Denn mit den steigenden Renditen wurde der Zinspolster immer höher. Und in den Aktienmarkt investieren sollte sowieso nur, wer das Geld über die nächsten Jahre sicher nicht benötigt.
An den inflationsgebundenen Anleihen lässt sich ablesen, dass vor allem die Realrenditen gestiegen sind. Das gilt sowohl für den Euro- als auch für den US-Dollar-Raum.
Ohne zu sehr in Details zu gehen, bedeutet das eine hohe erwartete Rendite nach Abzug der Inflation.
Dranbleiben
Anleihen sind für uns auf dem aktuellen Niveau wieder attraktiv. Wir, im Gutmann Chief Investment Office, haben kürzlich die Laufzeitenbindung in unseren Strategien erhöht, um uns die Renditen längerfristig zu sichern.
Da sag noch einer, im Gutmann Blickwinkel gehe es immer nur um Aktien.
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