Die Baumschule im Depot
Seit Generationen gilt in der Familie Praskac ein Satz: „Die besten Baumschulen haben den größten Misthaufen.“ Denn nicht jeder Baum entwickelt sich wie gewünscht. Und nur wer einen hohen Qualitätsanspruch hat und streng aussortiert, verkauft der Kundschaft schlussendlich beste Qualität. Der Rest der Ware landet am Misthaufen und wird eben nicht verkauft.
Das Pflanzenland Praskac gibt es nun seit 150 Jahren und wird in 5. Gärtner-Generation geführt. Über die Zeit wurde großes Wissen und Erfahrung von innerhalb der Unternehmerfamilie weitergegeben. Bei einer gemeinsamen Gutmann-Praskac Veranstaltung konnten wir das 80 ha große Gelände, unter der fachmännischen Führung von Johannes Praskac, erkunden.
Pflege von Pflanzen und Vermögen
Parallelen zwischen der Baumschule und dem Wertpapierdepot waren im Gespräch schnell gefunden. Im Privatdepot werden Gewinne gerne mitgenommen und bei Verlusten zu lange zugesehen. Dadurch werden die schönsten Blumen zu schnell gepflückt und das Unkraut weiterhin gewässert. Keine gute Strategie für das eigene Depot oder den Garten.
Zum Abschluss meines kurzen Vortrages ist mir ein Sprichwort eingefallen: „Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Die Dinge brauchen einfach ihre Zeit. Das Wunder des Zinseszinseffekts benötigt viele Jahre, um spürbar zu werden. Und der Geschäftsführer Wolfgang Praskac und sein Sohn Johannes finden neue Wege, ihren Kundinnen und Kunden Topqualität zu liefern.
Nachhaltigkeit ist selbstverständlich, wenn man nach fünf Generationen bereits an die nächste denkt. Wer in diesen Zeiträumen plant, kommt nicht in Versuchung, am Gras zu ziehen.
Dinos im Garten
Was mich besonders überraschte, war, dass Praskac doch tatsächlich lebende Fossilien in der Baumschule beheimatet. Denn der Ginko-Baum wächst seit 200 Millionen Jahren unverändert auf unserem Planeten. Er bildet seine eigene Pflanzengruppe und ist weder den Laubbäumen noch den Nadelbäumen zuzurechnen. So ist der Ginko im Garten nicht nur einzigartig, sondern verbindet uns mit den Dinosauriern.
Wenn wir in eine neue Welt eintauchen, lernen wir dazu. Im ersten Moment hat es oft wenig mit dem zu tun, was wir selbst tun. Doch über die Zeit bilden sich Querverbindungen, die uns helfen, in unserer ureigenen Kompetenz besser zu werden. Ich freue mich auf viele weitere Welten und Verwurzelungen.
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