12.06.26 08:00 - Lesezeit

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

Robert Karas

Chief Investment Officer, Partner

Der Aktienmarkt ist eine Extrapolationsmaschine*. Ein langes Wort dafür, dass der aktuelle Trend immer weiter fortgeschrieben wird. Und zwar in unseren Köpfen, über die Gegenwart hinaus, weit in die Zukunft. 

Diese Fortschreibung betrifft nicht nur die Aktienkurse, sondern auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die steigenden Gewinne und die hohen Margen. Der Erfolg von heute wird also auch morgen erwartet.

Es gibt mehrere Gründe für dieses Verhalten. Bereits der Ökonom John Maynard Keynes erklärte, dass Menschen in Zeiten großer Unsicherheit den Status quo in die Zukunft projizieren. Was wir nicht rational berechnen können, überlassen wir unseren „Animal Spirits“ – einer Mischung aus Instinkt und Intuition, gepfeffert mit einer Portion Tatendrang.

Nach dem Motto: Morgen wird’s auch so sein wie heute. Und jeder Tag, der vergeht und diese These bestätigt, macht uns sicherer in unserer Prognose.

Und dann gibt es noch einen anderen sehr menschlichen Faktor: den Wunsch, niemals allein unrecht zu haben. Solange wir in der Herde extrapolieren, sind wir nicht exponiert. Damit haben wir auch unser Karriererisiko im Griff. Wer sich im Gleichklang mit allen anderen bewegt, verliert nicht den Job. Wer hingegen eigene Wege geht, riskiert mehr.

Was nun tun mit den Aktien?

Man könnte etwa das Hauptthema der täglichen Schlagzeilen für das eigene Depot ignorieren. Rückblickend war es Ende der 1990er die richtige Entscheidung, einfach das Internet und alle Unternehmen im Sektor zu ignorieren. Doch professionelle Vermögensverwalter hatten ohne dieses Thema Anfang 2000 kaum mehr Kunden. 

Und heute? Gar nicht in Aktien investieren, die mit den Entwicklungen rund um die Künstliche Intelligenz zu tun haben? Wie lange würden das Kundinnen und Kunden befürworten? Vielleicht sogar negative Performance in Kauf nehmen, während die großen Technologieaktien neue Höchststände markieren und die Nachbarin über ihre Gewinne schwelgt? Und würde das überhaupt Sinn machen?

Wir bei Gutmann investieren seit Langem in einige der wichtigsten Unternehmen, die heute von KI profitieren – sie sind fester Bestandteil unserer Aktienstrategie. Wir würden uns allerdings nicht wohlfühlen, die Hälfte des Aktiendepots nur in wenigen Titeln zu konzentrieren. Wir legen Wert auf Ausgewogenheit und reduzieren regelmäßig die größten Gewinner. Gleichzeitig kaufen wir bei den Unternehmen zu, die vom Markt kurzfristig bestraft wurden. Natürlich immer nur, wenn wir an die langfristigen Chancen glauben. 


* Das Konzept der Extrapolationsmaschine geht auf den US-Investor Jeremy Grantham zurück, der im Jahr 1977 seine eigene Firma gründete und schon einiges erlebt hat. 
 

Disclaimer: Dies ist eine Marketingmitteilung. Die Anlage in Finanzinstrumenten ist Marktrisiken unterworfen. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein. Bank Gutmann AG weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Unterlage ausschließlich für den persönlichen Gebrauch und nur zur Information dienen soll. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe ist ohne die Zustimmung der Bank Gutmann AG untersagt. Der Inhalt dieser Unterlage stellt nicht auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Anleger ab (gewünschter Ertrag, steuerliche Situation, Risikobereitschaft etc.), sondern ist genereller Natur. Diese Unterlage ist weder ein Angebot noch eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die erforderlichen Angaben zur Offenlegungspflicht gemäß § 25 Mediengesetz sind unter folgender Web-Adresse zu finden: https://www.gutmann.at/impressum

 

Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Abonnieren Sie unseren Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Newsletter abonnieren

Bleiben Sie informiert.

Erfahren sie noch mehr über Gutmann und unsere Investmentstrategie. 

zum Gutmann Journal