04.11.22 10:00 - Lesezeit

Aktien als Inflationsschutz

Robert Karas

Chief Investment Officer, Partner

Heute bin ich, im Vergleich zum letzten Jahr, um 30 % ärmer. Warum? Die Inflation liegt bei 10 % und die Aktien sind 20% tiefer. So lautet zusammengefasst der, in letzter Zeit oft gehörte, Vorwurf an die Aktie als Anlage.

Ok, vielleicht ist die Aussage etwas verkürzt und zugespitzt. Doch den Kern der Emotion trifft sie dennoch. Denn tatsächlich hat das gewinnbringende Veranlagen, selbst in erfolgreiche Unternehmen, kurzfristig nicht funktioniert und verunsichert nun möglicherweise Sie und viele weitere Anleger:innen.

Wenige Gewinner

Leider ist Erfolg am Aktienmarkt nur wenigen vergönnt. Und wie bei allen wichtigen Dingen des Lebens braucht es Opfer, um das Ziel zu erreichen. Aufgrund des Wettbewerbs unter den Marktteilnehmern entsteht eine extreme Verteilung: es gibt sehr wenige, enorme Gewinner und sehr viele, die mit Verlusten rechnen müssen oder sogar ganz ausscheiden.

Der Markt ist ein komplexes Gebilde von tausenden, ja mehreren Millionen Teilnehmern, die gewinnen wollen. Damit ist Investieren an der Börse zum Beispiel sicher nicht mit einem Bausparvertrag vergleichbar, wo das Ergebnis bereits bei Start feststeht (mehr oder weniger [1]).

Erfolglose fallen heraus

Die Märkte sind wie ein unendliches Spiel, in dem es keinen Anfang und kein Ende gibt. Vielmehr verabschieden sich erfolglose Spieler über die Zeit.[2] Hauptsächlich, weil sie das Vertrauen verlieren und ein herausforderndes Umfeld nicht überstehen.

Wir, Investorinnen und Investoren, brauchen eine Grundthese, eine Überzeugung, an der wir in schwierigen Zeiten festhalten können. Meine lautet während der Inflation: Der Aktien-Kupon wächst mit der Zeit. Doch wer diesen Kupon erhalten will, muss einige Prüfungen überstehen.

Von Schweiß, Blut und Tränen sprach Winston Churchill 1940, um seine Landsleute auf die harte Probe des Krieges vorzubereiten. Vielleicht schütteln Sie jetzt den Kopf über diesen martialischen Vergleich. Doch in den Tiefen eines Bärenmarktes – wie zum Beispiel während der Finanzkrise 2008/2009 – waren viele Anleger:innen dieser Parallele emotional nahe.

Fünf Nachos weniger machen den Unterschied

Wieso kann ein Aktien-Kupon wachsen? Am besten veranschaulicht das ein konkretes Beispiel: Der US-Getränke- und Snackhersteller PepsiCo berichtete im Oktober die Zahlen zum dritten Quartal 2022. Das abgesetzte Volumen fiel um 1 % gegenüber dem Vorjahr. Aha, könnten Sie sich nun denken, scheinbar sind die Konsumenten bereits zurückhaltender beim Kauf von Getränken, Kartoffelchips und Haferflocken. Denn das sind alles Produkte des Konzerns. Doch welche Überraschung, der Umsatz stieg aufgrund von höheren Preisen und veränderten Absatzmix um 17 %.

Die Fähigkeit von Unternehmen wie PepsiCo, die höheren Kosten in Form von Preisanhebungen an seine Kund:innen weiterzugeben, bedeuten Inflationsschutz für die Eigentümer – also die Aktionär:innen. Aber nur wer eine besondere Marktposition hat, kann höhere Preise durchsetzen. Bei PepsiCo sind es die starken Marken, die Käufer zu ihrem vertrauten Päckchen Doritos Nacho Cheese greifen lassen – auch wenn sie vielleicht 1,75 statt 1,50 Euro kosten. Möglicherweise geht der Preis ja gar nicht nach oben und es sind lediglich 5 Nachos weniger in einem Päckchen; der Phantasie des Marketings sind keine Grenzen gesetzt.

Diese Preissetzungsmacht (auf Englisch pricing power) ermöglichte es Unternehmen wie PepsiCo, die Dividende über die letzten 50 Jahre jedes Jahr zu steigern. Hier ist ein Warnhinweis angebracht: Ergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die Zukunft zu und ob die Aktie eine Kaufempfehlung ist, hängt zusätzlich von Faktoren ab wie zum Beispiel dem aktuellen Börsenpreis und der damit verbundenen Bewertung.

Aktie statt Aktienmarkt

Über die Zeit folgt der Aktienpreis der fundamentalen Geschäftsentwicklung. Wie sich also zum Beispiel Gewinn, freier Cashflow und Dividende pro Aktie entwickeln. Auch andere Kennzahlen wie Buchwert, Verschuldung oder Margen können wichtig sein – ganz abhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell. Dies gilt es zu recherchieren und zu vergleichen, um sich eine Meinung zu jeder individuellen Aktie machen zu können.

In den Gutmann Aktienstrategien nehmen wir Ihnen diese Arbeit ab und vertiefen uns in die einzelnen Unternehmen. Wir investieren für Sie nämlich nicht einfach in den Aktienmarkt, sondern ganz gezielt in Aktien erfolgreicher Unternehmen.

[1 ] Wer es ganz genau wissen will: Bei Bausparen hängt die staatliche Prämienhöhe von der Zinsentwicklung ab. Gemäß § 108 EStG ist der Spielraum aber dennoch eingeschränkt und darf nicht weniger als 1,5 % und nicht mehr als 4 % der im Kalenderjahr geleisteten Beiträge betragen. Damit liegt die Effektivverzinsung vor KESt zwischen 1,34 % und 2,00 % jährlich. Sagt zumindest die S-Bausparkasse.

[2] Der Autor Simon Sinek hat ein ganzes Buch über unendliche Spiele geschrieben: "Das unendliche Spiel: Strategie für den dauerhaften Erfolg".

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