Stephan Wasmayer

Samstag in Ottakring



Ottakring – der Wiener Schmelztigel verschiedener Kulturen – ist die Heimat von Stephan Wasmayer. Er ist hier geboren, aufgewachsen und „schon immer“ wohnhaft. Die Ortsbezeichnung stammt ursprünglich von den Bayern, die damals die Gegend vor Wien besiedelten. Im Jahre 1890 entschied Kaiser Franz Josef II dann die Eingemeindung der zuvor selbstständigen Vororte und startete damit einen Integrationsprozess, der sich auch in den aktuellen Generationen regelmäßig wiederholt.
Tief versteckt in den Gassen der Vorstadt findet man den alt eingesessenen Betrieb von Rudolf Kriechbaum, seines Zeichens einer der wenigen verbliebenen Fleischhauer. Hier wird noch alles selbst verarbeitet, fertig verpackte Ware sucht man vergebens. Sollte man bezüglich der Zubereitung unsicher sein oder das richtige Stück für das geplante Gericht suchen, so steht der Chef immer mit Rat und Tat zur Seite. Als zweites Frühstück am Samstagvormittag gibt’s eine Semmel mit ausgezeichnetem Käseleberkäs. Ohne Senf, der würde den Geschmack zu sehr überdecken.

Die Fleischerei Kriechbaum ist eine Ottakringer Institution. Wenn die Kriechbaums traditionell im Juli ihren wohlverdienten Urlaub antreten, dann brechen am Wilhelminenberg die vegetarischen Wochen an.
Verschiedenste, internationale Speisen und Gerüche locken Stephan samstags auf den Brunnenmarkt sowie den angrenzenden Yppenmarkt. Hier hat sich über eine lange Zeit eine lebendige, florierende Lokalkultur entwickelt - unterstützt von der Tatsache, dass die Brunnengasse inzwischen komplett für den Autoverkehr gesperrt ist und die Stände über Nacht stehen bleiben können. Vor allem im Bereich des Yppenplatzes ist er gerne. Hier gibt es einige Lokale und Marktanbieter, die Spezialitäten führen, denen er kaum widerstehen kann.
Ausgezeichneter Espresso und Schmankerln, wie Schinken und Höhlenkäse aus dem italienischen und slowenischen Karst-Gebiet, locken ihn in das Geschäft La Salvia. Wenn es warm ist, kann man gut davorsitzen und das rege Treiben beobachten. An einem gemütlichen Sonnenplatz am Wochenende sieht er dann den Marktteilnehmern gerne als entspannter Beobachter zu und kann Börsenkurse und Finanzkrisen kurzfristig ad acta legen. Ganz im Gegensatz zu seinem Büroalltag, wo das Marktgeschehen virtuell über Monitore beobachtet wird, ist hier alles live.
Gleich daneben ein weiteres Schmankerl-Highlight, der Jumi-Käsestand. Der Schweizer Käseerzeuger ist ein Rohmilch-Spezialist. Stephans Empfehlung ist sich von den Verkäufern beraten zu lassen, dann hat man immer eine wohlschmeckende Überraschung in der Einkaufstasche. Für Pasta empfiehlt sich die Belper Knolle. Fein gehobelt über eine Pasta ergibt das ein wunderbares Aroma – trocken und scharf.
Aber auch das Geschäft von Staud’s hat es ihm angetan. Die kleine Wiener Delikatessen-Manufaktur, die seit langen Jahren in Ottakring tief verwurzelt ist, hat einen Fixplatz am Markt.

Hier gibt es Süßes und Saures in allen Varianten im achteckigen Glas mit dem unverkennbaren schwarzen Verschluss. Es ist auch ein Tipp für Lebensmittel-Ästhetiker bzw. Menschen mit Liebe für schöne Dekoration: Denn das Geschäft mit den unzähligen Gläsern voller eingelegter Köstlichkeiten ist schön anzusehen und bietet ein abwechslungsreiches Angebot. Stephans Lieblingsprodukt sind die in Öl marinierten Paprika – die schmecken aromatisch mit einer schönen Portion Säure.
Nach dem vielen Trubel am längsten Straßenmarkt Wiens kommt ein kleiner Spaziergang genau richtig. Oft führt ihn die Suche nach Ruhe zum Erholungsgebiet Wilhelminenberg. Das viele Grün und die frische Luft sind ihm ein angenehmer Ausgleich zum Alltag. Im Park vor dem Schloss Wilheminenberg genießt man eine wunderschöne Aussicht über Wien (inklusive sind hier allerdings auch Hunde und deren Gebell).

Unterhalb des Schlosses lädt der Heurige Leitner zum gemütlichen Verweilen ein. Ungewöhnlich ist, dass die Spezialität des Lokals eine knusprige Stelze ist. Aber auch kleinere Speisen können hier konsumiert werden – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Eine tolle Kombination aus bodenständiger Kulinarik und Wien-Panorama.
Gemütlich und ruhig geht es auf den nahe gelegenen Steinhofgründen zu. Im Frühling und Sommer schimmert die goldene Kuppel der Otto Wagner Kirche in der Sonne, im Herbst und Winter wirkt sie im aufkommenden Nebel oft nahezu mystisch.

Und wenn man Glück hat, trifft man hier auf eine wenig scheue Rehfamilie. Da diese die vorbei wandernden Menschen gewöhnt ist, kann man erstaunlich nah an sie heran kommen … so lange man nur kein Jäger ist … Und wer nach einem Motiv für Nahaufnahmefotos sucht, ist hier im Paradies.

Zuhause wieder angekommen, kocht Stephan oft mit den vom Markt erworbenen Produkten und stürzt sich erneut in die exotischen Gerüche und Genüsse von Ottakring.

Mag. Stephan Wasmayer, Vorstand Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft (KAG), Partner,

Vater, Wiener, Rolling Stones-Fan, Hobby-Volleyballer, Triest-Liebhaber.

Seit der Schulzeit gerne in Bewegung, ist seine Lieblingssportart Volleyball. Wichtig ist ihm vor allem der Spaß am Spiel im Team - sein Ehrgeiz zu gewinnen ist privat nicht stark ausgeprägt. Zusätzlich fährt er regelmäßig mit dem Fahrrad ins Büro (so es das Wetter erlaubt), allerdings meist nur in eine Richtung. Denn die natürliche Steigung vom Büro zurück nach Ottakring reizt ihn nicht so sehr wie das entspannte Bergabfahren in der Früh, was durch das gut ausgebaute Netz an Citybike-Stationen möglich ist.

Ursprünglich als Werkstudent zu Gutmann gekommen, verbrachte er viele Jahre in der Bank, bevor er als Leiter Risikomanagement in die KAG wechselte und schließlich zum Vorstand ernannt wurde. Insgesamt knapp 20 Jahre bei Gutmann, sucht er stetig nach neuen Ideen und Verbesserungen im Asset Management-Ansatz. Der Absolvent der Wirtschaftsuniversität Wien engagiert sich ebenfalls in der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).


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