Unsanftes Erwachen

Die Auslöser für unangenehme Überraschungen an den Finanzmärkten mit weitreichenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind vielfältig und schwer vorhersehbar. Im Rahmen des jährlich stattfindenden „PIMCO Secular Forums“, einem Zusammentreffen hochrangiger Vertreter aus der Finanzbranche, wurden dieses Jahr genau diese potenziellen Ursachen einer möglichen Krise diskutiert. Der langfristige Ausblick 2018 wird unter dem Titel „Unsanftes Erwachen“ zusammengefasst.

Am 13. Juni 2018 konnten wir unseren geschätzten Kollegen Joachim Fels, Leiter des Forums mit 31 Jahren Erfahrung im Makro-Research, dafür gewinnen, uns in ungezwungener Atmosphäre im Zuge des Gutmann Experten Cocktails, die Ergebnisse des diesjährigen Forums näherzubringen.



Zu Beginn wurde die Dauer des aktuellen wirtschaftlichen Aufschwungs hervorgehoben. Historisch betrachtet beträgt die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession über einen Zeitraum von fünf Jahren 70 Prozent. Die Phase im aktuellen Wirtschaftszyklus gepaart mit der Tatsache, dass seit 1945 jeder republikanische Präsident mindestens eine Rezession erlebt hat, lässt zumindest Zweifel aufkommen, wie lange der Aufschwung noch dauern kann.

Als einen weiteren Risikofaktor nannte Herr Fels einen plötzlichen Anstieg der Produktivität. Dieser würde zwar das Wirtschaftswachstum ankurbeln, jedoch auch für höhere Arbeitslosigkeit und einen Anstieg der Realzinsen sorgen.
Außerdem äußerte er die Befürchtung, dass sich unsere globalisierte Wirtschaft mehr in eine protektionistische Richtung mit radikalen Populisten an der Macht entwickeln könnte. Eine Renationalisierung von wichtigen Unternehmen oder ganzen Branchen kann sich negativ auf das Wachstum auswirken und für höhere Inflation sorgen.

Angesichts der steigenden Unsicherheiten können die Investmentimplikationen des Secular Forums wie folgt zusammengefasst werden: Hohe Bewertungen, sowie steigende Volatilität wegen geringerer Unterstützung durch die Notenbanken sprechen für eine defensivere Positionierung im Portfolio. Deshalb gilt es die Flexibilität im Portfolio zu erhöhen, um im Falle eines unsanften Erwachens offensiv agieren zu können.



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