Frank Lippitt als Teamspieler

Prag, Pucks und Passion.



Im Alter von zehn Jahren lernte Frank Lippitt den Eishockey-Sport und kommt bis zum heutigen Tag nicht davon los. Auf sein Trikot mit der Nummer 13 konnte er sich dabei immer verlassen - Pech gebracht hat es in all den Jahren nie. Mit fast zwei Metern Körpergröße ist er selbst unter den tschechischen Ex-Eishockey-Stars, mit denen er jüngst gemeinsam aufs Eis durfte, eine eindrucksvolle Erscheinung.

Im Interview mit der Insight-Redaktion erklärt Frank Lippitt, Vorstandsvorsitzender der Bank Gutmann AG, was Eishockey für ihn so besonders macht und warum er Kindern diesen Sport ans Herz legt.

Sie hatten unlängst die Möglichkeit, mit Legenden des Eishockeysports gemeinsam auf dem Eis zu stehen. Wie kam es dazu?

Das war eigentlich eine recht spontane Idee anlässlich meiner Rede bei der Weihnachtsfeier unseres Büros in Prag. Ich wollte die positiven Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Österreich betonen. Mir fiel ein, dass es für die Tschechen ein überaus prägendes sportliches Ereignis im Eishockey gab.
Österreich spielte nämlich eine besondere Rolle bei der ersten WM nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, die 1947 in Prag stattfand. Damals waren die Schweden de facto schon Weltmeister, haben das letzte Spiel allerdings völlig überraschend verloren. Die Mannschaft der Tschechoslowakei wurde dadurch Weltmeister und es entwickelte sich nicht nur eine ungeheure Euphorie für den Sport, sondern auch eine Begeisterung für Österreich.

Für Österreich? Warum?

Österreich war damals im letzten Spiel Gegner der Schweden und hat das „Wunder von Prag“ erst ermöglicht, den unvorhergesehenen WM-Sieg der Tschechoslowakei. Es steht die Möglichkeit im Raum, dass die Schweden einfach einen Abend zu früh gefeiert hätten (schmunzelt). Wie auch immer: Einer der Prager Kollegen hatte gute Kontakte zu ein paar Stars der vergangenen Tage. Gleichzeitig wussten sie um mein Faible für diesen Sport.

Und eins führte zum anderen....?

Genau, ich wurde von der Torwart-Legende Dominik Hašek zu einem Spiel auf dem Eis eingeladen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Und hat dank der Arbeit der Gutmänner und -frauen eine Art „Wunder von Prag“ auch für die Bank stattgefunden?

Wir brauchen kein Wunder (lacht). Nur fordernde, aber durchaus realistische Ziele. Man muss sich eigentlich immer die Frage stellen: Wie wird man unverwechselbar? Der Standort Prag ist, ebenso wie Budapest und Salzburg, zusammen mit dem Stammhaus in Wien von großer Bedeutung zur Erreichung eines unserer Kernziele. Dieses lautet, in Mitteleuropa die führende Privatbank zu werden und auch als solche wahrgenommen zu werden. Seit 20 Jahren arbeiten wir an diesem Ziel. Und wir sind auf dem besten Weg, wie der aktuelle Fuchsbriefe-Report und die Dachfonds Awards bestätigen. Gutmann vereint die zwei wichtigsten Komponenten in der Welt der Verwaltung von Vermögen in besonderem Maße: ausgezeichnete Beratung und ausgezeichnete Anlagestrategien. Und das werden wir auch brauchen, um in einem Raum mit 50 Millionen Menschen mit unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Ansprüchen bestehen zu können.

Wie kamen Sie eigentlich zu dem Sport?

Als Bub ging ich im Engadin zur Schule. In der Schweiz ist Eishockey ein Volkssport, man wird daher als Kind viel näher an diese Sportart herangeführt. Als Zehnjähriger stand ich dann zum ersten Mal in einer Mannschaft auf dem Eis.

Hätten Sie sich damals – als Sie auf der Bank saßen – gedacht, dass Sie einmal Vorstand einer Bank werden?

Ja, natürlich! Wer tut das nicht? (lacht)

Sehen Sie sich heute auch als Trainer der Bank? Was würden Sie den Spielern auf dem Eis zurufen wollen?

Der Vergleich passt nicht ganz, denn ich würde ja mitspielen!

Um dennoch beim Trainervergleich zu bleiben: Was erscheint Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Bankvorstand für den Erfolg entscheidender? Das richtige Training oder die richtige Aufstellung?

Keine Frage – beides ist wichtig. Die richtige Kombination findet man allerdings nur dann, wenn man seine Intention kennt. Erst wenn die Ziele klar sind, erfolgt die Entscheidung darüber, wie man sie umsetzen kann. Zwischen Zielsetzung und Erreichen stehen eine Menge wichtiger Dinge, die Zielsetzung steht aber immer am Beginn. Und da habe ich nicht zuletzt beim Eishockey gemerkt, was alles möglich ist, wenn man seine Ziele konzentriert verfolgt.

Als Vorstand einer Bank ist man stets mitten im Geschehen, man sitzt niemals als Beobachter hinter Bande und Kunststoffglas.

Teamgeist

Inwiefern hat Eishockey dazu beigetragen?

Wenn man in einer Mannschaft fix spielen will, dann muss man wissen, dass alle anderen ebenfalls bereit sind, 100 Prozent zu geben. Nur wer bei völliger Erschöpfung nochmals trainieren geht, wird einen Stammplatz erhalten.

Die Bedeutung dieser "extra mile" wurde mir als Zehnjährigem beim Eishockey klar. Dann beginnt das Ganze auch richtig Spaß zu machen. Umso erfreulicher, dass es am Heumarkt – nicht weit weg vom Schwarzenbergplatz – eine Initiative gibt, Kinder dem Eishockey näherzubringen. Ich kann jedem den Besuch und das Hineinschnuppern in diesen Sport nur empfehlen.

Ist die Bedeutung der „extra mile“ der Grund, warum Sie Kindern zu diesem Sport raten?

Vor allem rate ich Kindern zu diesem Sport, weil er Spaß macht. Meines Erachtens gibt es außerdem keine Sportart, bei der körperliche Fitness verbunden mit geistiger Wendigkeit und Teamgeist so sehr über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Einer der ganz großen Eishockey-Sportler, Wayne Gretzky, sagte einmal: “Ein guter Spieler läuft dorthin, wo der Puck ist. Ein herausragender Spieler läuft dorthin, wo der Puck sein wird.“

Ich finde, das ist sehr wohl auch auf den beruflichen Alltag umzulegen. Die Ambition lebenslangen Lernens ist Voraussetzung für die Fähigkeit, Zukunft zu gestalten. Die Berufswelt und der Alltag werden immer schnelllebiger. Je früher wir, die Bank Gutmann, neue Entwicklungen antizipieren, umso rascher wird dies zum Erfolgsfaktor. Und natürlich ebenso, welche Antworten wir darauf finden. Dieser Herausforderung darf ich mich – wie jeder und jede bei Gutmann – Tag für Tag aufs Neue stellen. Und ich tue es jeden Tag mit Freuden!

Frank W. Lippitt, lic.oec.HSG, ist Partner und Vorstandsvorsitzender der Bank Gutmann,

Ehemann, Vater zweier Töchter, begeisterter Golf-, Eishockey- und Bridge-Spieler.

Seine Jugend verbrachte er in den Tiroler und Schweizer Alpen, sein Studium führte ihn nach St. Gallen – wo sein Wissen um das Bankgeschäft gestärkt wurde. Idealer Lebensmittelpunkt für Familie und Beruf ist aktuell Wien.

In Gesprächen über Karrierewege, Wachstumsperspektiven und Zielsetzungen findet man in ihm einen interessierten Zuhörer. Vor allem die laufende Weiterentwicklung von Innovation mit Kundennutzen liegt dabei in seinem Fokus. Nicht zuletzt durch die Förderung entsprechender Projekte wird nachhaltiger Erfolg erreicht. Fehler sind dabei akzeptierter Teil des Prozesses, solange sie als Impuls zur Weiterentwicklung genutzt werden.
Die Hochwertigkeit der Dienstleistungen und der stetige Ansporn zur Verbesserung der Kompetenzen und Expertisen erfüllen ihn mit Stolz, denn sie sind ein wichtiger Teil des Gutmann-Spirits. Ebenso begeistern ihn die Kontinuität der Mitarbeiter, die Stabilität der Bank selbst und der fortlaufende Generationenwechsel im Team.

Seit einer Dienstreise fasziniert ihn China, das ihn in der Überzeugung bestärkt, sich auch in Europa nicht mit dem Mittelmaß zufriedenzugeben. Wissbegierde, langfristiges Planen und das Schaffen von Wachstumsmöglichkeiten können, so Lippitt, in unseren Breitengraden noch deutlich verbessert werden.


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